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Nathan der Weise / Hans Otto Theater Potsdam / Regie: Uwe Eric Laufenberg

ich weiss garnet wie ich anfangen soll, ich versuche es einfach mal so: des heutigen abends war kleist-forum (theater) von der vhs aus angesagt, gut ok ich bin der klassischen literatur nicht abgeneigt (ich gebe es ja zu) und “Nathan der Weise” befasst sich mit einen interessanten thema, also warum nicht. so nun zum eigentlichen problem an der sache, wenn ich in ein klassisches stück gehe, habe ich auch gewisse erwartungen, aber eins erwarte ich mit sicherheit nicht, das dieses stück rein garnix mehr mit den mit den orginal stück zutun hat.

Zitat: Wir zeigen das Stück in einer aktuellen Inszenierung des Potsdamer Intendanten Uwe Eric Laufenberg.

also meiner meinung nach hat herr laufenberg dieses klassische stück total versaut sorry, aber vollautomatische waffen und ein tempelherr der eine sonnenbad in aller öffentlichkeit nimmt hat nix in lessings werk zu suchen. man könnte herrn laufenberg glatt unterstellen das er sich nicht mit dem thema befasst hat, ach ja nochwas ein tempelritter würde nie auf seinen umhang mit dem wappen “pinkeln”.

Zitat: Lessings berühmtes Stück über Respekt, Freundschaft und Toleranz bringt Vertreter der drei großen verwandten Religionen Judaismus, Christentum und Islam auf die Bühne und ist gleichzeitig eine verwinkelte Familiengeschichte,…

ich glaube es hätte gereicht wenn in der bescheibung nur

Zitat: …eine verwinkelte Familiengeschichte,…

gestanden hätte, weil das bringt es bei dieser inszenierung genau auf den punkt.
das um was es eigentlich geht: der absolut irrsinnige kampf zwischen den drei grossen verwandten religionen, wurde nur ganz “nebenbei” behandelt, wäre die ringparabel nicht dabei gewesen hätte ich wahrscheinlich garnicht gemerkt das es sich bei den stück um “nathan der weise” handeln soll.

herr laufenberg, ich glaube lessing würde…

noch ein wort zu den darstellern, es gibt eigentlich nix zu sagen, da sie sehr gut gespielt haben. als bsp. nenne ich einfach mal javeh asefdjah die, die recha(blanda von filnek) gespielt hat, im 1.aufzug zweiter Auftritt wo die recha vom übergücklichsein

Recha.
Das schließt für mich, mein Vater. - Darum eben
War das kein Tempelherr; er schien es nur. -
Kömmt kein gefangner Tempelherr je anders
Als zum gewissen Tode nach Jerusalem;
Geht keiner in Jerusalem so frei
Umher: wie hätte mich des Nachts freiwillig
Denn einer retten können?

bis zu

Recha. Endlich, als er gar verschwand …

wo sie sehr traurig ist und fast weint, ich habe es javeh asefdjah tatsächlich so abgenommen, als wenn sie wirklich so fühlt.
wie gesagt das gilt für alle darsteller.
den einzigen minimalen kritikpunkt den ich hätte wäre am darsteller Werner Eng nicht das er schlecht gespielt hätte, das ganz und garnicht, er hat nur die falsche figur für den sultan saladin.

um es mal zusammenzufassen, diese inszenierung ist soweit weg vom eigentlichen, als wenn ich in friedrich schillers ballade “der handschuh” die löwen gegen hasen austausche.
ach ja nochwas auch wenn “nathan der weise” ein ideendrama ist und sehr viel spielraum offen lässt, darf man nicht vergessen es spielt während der waffenruhe im 3ten kreuzzug (1189-1192) und da gab es noch keine usa (neuzeitliche besiedlung fand erst ab 1492 statt), keine lcd fehrnseher (die ersten versionen eines lcd bildschrirms gab es erst ab 1971 und plasma erst ab 1998) und keine ak-47 (die gibt es erst seit 1947 und die Desert Eagle erst seit 1980), also ist der handlungspielraum meiner meinung nach schon lange überschritten.

Bei allen geschriebenen Worten (ausser Zitate) handelt es sich um meine persönliche Meinung.

zudem sei noch gesagt, das ich höchstwahrscheinlich der einzige zuschauer des gestrigen abends bin, der diese inszenierung als sehr schlecht empfunden hat, aber ich denke das ist auch nicht weiter verwunderlich, da sich der altersdurchschnitt bei ~19 Jahren befunden hat.

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> BlackRocket aka. RacheAngel @ 22:44 on 25. October 2006 Print This Post

One Response to “Nathan der Weise / Hans Otto Theater Potsdam / Regie: Uwe Eric Laufenberg”

  1. AvatarVangelis
    1

    Ha … was mich gerade an meine abschlussprüfung erinnert, welche ich an der 13ten POS (wers net mehr kennt politechnischen oberschule) “Jury Gagarin” in deutsch mündlich abhalten musste. Einstiegsthema Nathan der Weise (ringparabel) :hul

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